Einen geringen Prozentteil, aber dennoch eine gewichtige Rolle in der Bevölkerungsentwicklung Argentiniens spielend, nehmen die indigenen Völker ein. Als indigene Völker werden die Ureinwohner Argentiniens bezeichnet – die Indianer, die Nord- und Südamerika vor der Kolonialzeit bewohnten. Zwischen den Indianern gab es damals große kulturelle Unterschiede. Die einen betrieben Landwirtschaft, die anderen waren Jäger und Sammler, wieder andere hatten hochentwickelte Nationen gegründet. Durch den Urwald war es schwer für das Treiben von Handel und den Austausch von Wissen, doch der Glaube an Tiergeister und visionäres Fasten war bei allen gleich. Durch Völkerwanderungen kamen die Indianer von Asien und anderen Kontinenten ins Land. Sie werden auch Indigos genannt. Zudem werden sie unterteilt in Andenvölker und Völker des Tiefenlandes.
Zur damaligen Zeit war Tenochtitlan – die Hauptstadt der Azteken – größer als manche heutige europäische Hauptstädte. Die ursprünglichen indigenen Völker Argentiniens betrieben kaum Viehzucht. Das lag daran, dass es wenige Tierarten gab, die sich als Haustiere eigneten. Lediglich Alpacas, Lamas und Vicunas eigneten sich zur Domestizierung. Die Vicunas allerdings nur sehr bedingt, da sie die wilde Form des Lamas waren und auch heute noch sind. Daher mussten die Menschen ihre Lasten selber tragen und ebenfalls die Gewinnung von Fleisch und Milch gestaltete sich sehr schwer. Da die Indianer damals keinerlei Abwehrkräfte gegen die Krankheiten die europäischen Eroberer hatten, wurden viele Indianerstämme allein dadurch bei der Kolonialisierung vernichtet. Wer nicht Opfer einer Krankheit oder einer Seuche wurde, der wurde versklavt und musste für die Kolonialherren und die Staatsoberhäupter der Kolonialmächte nach Gold und Silber suchen. Vor allem in Peru wurden Indianer systematisch vernichtet. Man versuchte die Indianer zu schützen, doch dies scheiterte und sie wurden weiter ausgebeutet. Männer aus den Kolonialmächten heirateten Indianer- Frauen, wodurch sich eine Dreiklassengesellschaft entwickelte.
Die Frauen, die den indigenen Völkern Argentiniens angehörten, hatten ein besonders schweres Los. Sie mussten nicht nur schwere Arbeiten verrichten, sondern ebenfalls den Eroberern zu Diensten sein. Dabei waren Hausarbeiten noch die erträglichsten Aufgaben der Frauen zur damaligen Zeit. Die Kinder der Indianer waren für die Kolonialherren im Grunde genommen zu nichts zu gebrauchen. Viele wurden grundlos getötet. Häufig wurden sie auch in Ketten gelegt, damit ihre Eltern nicht flohen und immer wieder zur Arbeit erschienen. Manche hatten das zweifelhafte Glück als Spielzeug für die Kinder der Kolonialherren in goldene Käfige gesperrt zu werden. Kurzum: Sie wurden behandelt wie Tiere.
Missionare trugen ebenfalls einen Teil der Vernichtung der Indianer bei, da sie die Indianer ins Christentum zwangen und damit ihre kulturellen Eigenheiten und ihre Sprache aufzugeben. Heute gibt es einen großen Teil an Nachkommen der Indianer in der Bevölkerung Südamerikas. 45 % der Bevölkerung sind Mayas und 50 % Indios. In Argentinien dagegen gibt es kaum noch welche, die zu den indigen Völkern zählen. Der Volkszählung nach soll es heute noch 400.000 Indianer geben. Die Zählung basiert auf Personen, die sich selbst als Indianer oder Nachkommen bezeichnen. Andere Organisationen schätzen die Ureinwohner auf 2 Millionen. Hierbei ging es um die kulturelle Eigenschaft und die Abstammung, also kann man sich über das Ergebnis streiten.
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