Der Argentinische Tango entstand in La Boca, dem Hafenviertel von Buenos Aires. Er verkörpert Leidenschaft, Sinnlichkeit, Eleganz, Stil und Erotik. Dieser Tanz ist ein der Realität entstammendes Wechselspiel von Annäherung und Abstoßung zwischen den Tanzpartnern. Die Körperhaltung der Tänzer ist dabei getreckt, was ihnen eine einzigartige Eleganz verleiht.
Die Musik erfolgt mittels eines Bandeneons, ein klangvolles Instrument, das ursprünglich von Matrosen in die argentinische Hauptstadt gebracht wurde. In den Liedern ist zumeist von enttäuschter Liebe oder Hoffnung die Rede. Die Lieder wurden zudem sehr stark von afrikanischen, andalusischen, süditalienischen sowie kubanischen Klängen beeinflußt. Der berühmte Sänger Carlos Gardel, war einer der besten Interpreten der Musikrichtung und machte die Tangomusik in allen Ecken der Welt populär. Größte Erfolge feierte er dabei in Europa und ganz speziell in Frankreich und Spanien.
Der Argentinische Tango weist erhebliche Unterschiede zum europäischen Standard Tango auf. Das wohl wichtigste Merkmal ist, dass er keinen wirklich festen Rhythmus besitzt. Dieser wechselt zumeist mehrfach in einem einzigen Lied. Hierdurch wird dem Tänzer die Möglichkeit gegeben seine Schritte dem Gesang oder dem jeweiligen Instrument anzupassen, was jedem Tanz eine individuelle Note verleiht. Einige Grundschritte und Grundregeln lassen sich dennoch erkennen. Diese sind allerdings im Vergleich zur europäischen Tangoversion eher limitiert und somit ergibt sich insbesondere für den maskulinen Tanzpartner eine Fülle an Variationsmöglichkeiten. Damit es zu einem gelungen Zusammenspiel mit der Tanzpartnerin kommt, muss er die Variationen frühzeitig und bestimmt durch Signale anzeigen. Hat die Tanzpartnerin die Signale richtig gedeutet, so kann sie ihrerseits dem Tango eine leidenschaftliche, sinnliche und elegante Note aufdrücken.
Um diesen Tanz zu erlernen empfiehlt es sich regelmäßig eine Tangoschule zu besuchen und zunächst das Hauptaugenmerk auf die richtige Körperhaltung, Führen und Folgen zu legen. Auch eine Einführung in die Geschichte und die Grundregeln des Tangos sollte dabei nicht zu kurz kommen. Anschließend können die ersten Schritte ausprobiert werden. Bei der Tanzhaltung sollte beachtet werden, dass die Tanzpartner bei gestrecktem Oberkörper sehr eng zu einander stehen. Der linke Arm des Mannes ist dabei relativ gestreckt und fast die ebenfalls ausgestreckte Hand der Tanzpartnerin. Mit dem rechten Arm umfasst der Herr die Dame unter der Achsel und verleiht ihr dadurch ein gewisses Maß an Stabilität. Der männliche Tanzpartner bewegt sich nun Schritt für Schritt vorwärts und zwingt die Dame dabei zum gleichzeitigen Rückwährtsgehen. Dies wird kombiniert mit einem Rückwehrtsgehen des Mannes und gleichzeitigem Vorwärtsgehen der Dame sowie einem Seitwertsgehen der Tanzpartner. Dabei sollten die Tänzer genau auf den Rhythmus der Musik hören, da dieser häufig wechselt und somit eine schnellere beziehungsweise langsamere Schrittfolge erzwingt.